sage ich im Rückblick auf 5 Jahre Helferkreis Asyl in Taufkirchen.

Wie alles begann…

Als 2015 klar war, dass auch Taufkirchen Asylbewerber aufnehmen muss, gründete sich der „Helferkreis Asyl in Taufkirchen“. Ich war von Anfang an dabei und als Lehrerin in einem Förderzentrum sehr schnell wohl die Richtige für das Resort Sprache.

Im Juli 2015 wurde die erste große Traglufthalle im Landkreis München bezogen. Die Menschen lebten auf engem Raum, hauptsächlich junge Männer, nur wenige Familien. Wir legten in der Sommerhitze voller Euphorie los. Es gab Begleitdienste, Sprachkurse in kleinen Gruppen, Unterstützung bei der Einschulung, eine Kleidersammlung… Wir hatten sehr schnell Riesenberge von Textilien zu sortieren und verteilen. Das war uns ein bisschen über den Kopf gewachsen. Eine der„Helfersyndrom-Geschichten“, die viele von uns kennen. Wir mussten alle durch eine Lernphase. Weitere gezielte Angebote wurden entwickelt: Für die Kinder, im Bereich Sport, die Fahrradwerkstatt, Wege in den Beruf….  Ich würde sagen, wir haben sie gut unterstützt.

Wie ist es heute…

Vieles läuft in Feel-Home „wie von selbst“. Ein harter Kern von vielleicht 30 Ehrenamtlichen ist noch sehr aktiv. Ich organisiere jetzt die individuelle Hausaufgabenhilfe für Berufsschüler und Sprachkursler, erkläre manch offizielles Schreiben oder begleite zu amtlichen Terminen. Manchmal fast ein Fulltime Job. Heute leben in den Häusern noch ungefähr 160 Personen. Die Angebote rund um Job und Ausbildung werden genutzt – nahezu 50% der Bewohner sind in einem regulären Arbeitsverhältnis. Schöne Ausbildungserfolge erzielten 18 junge Menschen. Einige hatten in ihrem Heimatland nie eine Schule besucht  und alle sprachen zunächst kein Deutsch. Vier wurden Pflegehelfer, andere bestanden ihre Prüfungen als Frisör, Verfahrenstechniker, Arzthelferin und im Bereich Gaststätte, Verkauf und Logistik.

Was ist noch zu tun…

Die meisten jungen Leute sind alleine hier, ohne Familie. Oft kommen sie mit ihren Problemen und Sorgen und geben mir das Gefühl, schon ganz viel über sie zu wissen. Aber in Grunde sind sie noch weit weg. Wichtig für ihre Integration ist Zuhören, Verstehen und Erklären!

Dorothy Dittmann-Meixner

“Wir mussten alle eine Lernphase durchmachen”