Handschuhmacher bei RoecklDer neunmonatige Integrationskurs war für Kashif M. aus Taufkirchen eine echte Herausforderung. “Deutsch zu lernen war wirklich schwer!” erinnert sich der Asylbewerber aus Pakistan. “Ich habe ja meine gesamte Kindheit in der Handschuhwerkstatt von einem Freund meines Bruders verbracht und daher nie eine Schule besucht.”

Andere in seinem Kurs gaben schon nach ein paar Tagen auf, aber für ihn hat sich das Durchhalten doppelt gelohnt: er kann sich jetzt nicht nur problemlos auf Deutsch verständigen — die Schule vermittelte ihm auch einen Praktikumsplatz in seinem Wunschberuf Handschuhmacher bei der Münchner Traditionsfirma Roeckl.

Ausbildung3_lowBereits am ersten Praktikumstag dort führte Kashif Handschuhreparaturen durch, nähte mit Hand und Maschine und fütterte Handschuhe aus. Dem Ausbilder Olaf Gebhardt von der Firma Roeckl fiel sofort auf, dass hier ein Praktikant war, der genau wusste, was er tat. “Genau das wünscht sich ein Unternehmen!” stellte er begeistert fest.

Herr Gebhardt ist ehrenamtlich bei der IHK München und Oberbayern als Prüfer für Lederfachberufe tätig und engagiert sich gerne für junge Leute die Geschick und Freude am Handwerk mitbringen. Ob es sich um Deutsche, Ausländer oder Asylbewerber handelt ist ihm dabei egal. Es freut ihn sehr, dass Kashif nun im September bei Roeckl seine Einstiegsqualifizierung für den Beruf Sattler / Feintäschner / Handschuhmacher beginnen konnte.

Neben der praktischen Ausbildung in der Roeckl-Werkstatt besucht Kashif jetzt auch die Berufsschule in Mainburg. Stolz zeigt er auf seine erste Tasche, für die er sechs verschiedene Handnahttechniken anwenden musste. Vieles davon war neu für ihn, aber er kann mit sich zufrieden sein: er bekam eine Eins.

Mit Integrationskurs zum Ausbildungsplatz