Volleyball-Zaki + Emamuddin am NetzEs ist wieder Montag 20 Uhr. Soll ich zum Volleyball oder zum Fußball gehen? Emamuddin möchte so gerne in einer Mannschaft spielen. Heute entscheidet er sich für Volleyball.

Gemeinsam mit seinem Mitbewohner Zaki und noch weiteren Bewohnern aus dem Camp (So bezeichnen sie selbst die FeelHome Häuser) geht er zum Freizeit-Volleyball des SV-DJK Taufkirchen. Dort werden sie von den „Einheimischen“ sehr gut aufgenommen. Sabine, die Leiterin der Freizeit-Volleyballer, ist froh über den Zuwachs, denn ohne diesen wäre ein sinnvolles Training nicht mehr möglich. Sie ist positiv überrascht, dass sich die Asylbewerber so gut integrieren. Die Verständigung klappt und es gibt keine Ressentiments gegenüber den mitspielenden einheimischen Frauen.

Emamuddin (26) hat nach seinem Studium als Supervisor in einem amerikanischen Logistikunternehmen gearbeitet. Zaki (35) ist ausgebildeter PTA und war anschließend 7 Jahre in einer Apotheke angestellt. In Gegensatz zu unseren Apotheken werden dort auch kleinere medizinische Behandlungen wie z.B. das Nähen von Wunden durchgeführt. Er hat auch eine eigene Sporthalle erbaut und betrieben.

Emamuddin und Zaki haben einiges gemeinsam: Beide stammen aus Großfamilien (4 Schwestern und 1 bzw. 3 Brüder) und sie lebten in Kabul. Sie sind jetzt seit ca. 1 Jahr in Deutschland und davon die meiste Zeit in Taufkirchen. Sie besuchen Integrationskurse und haben (Zaki 2 Monate in 2 verschiedenen Apotheken) bzw. werden (Emamuddin ab Ende November in einem Logistikunternehmen) ein Praktikum durchlaufen. Ihr Deutsch ist schon ganz gut. Vor kurzem hatten sie ihr in Dari (Muttersprache) geführtes Interview beim BAMF (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge). Sie sind sehr angespannt bzgl. der Ergebnisse. Würden sie doch gerne in Deutschland einer geregelten Arbeit nachgehen: Zaki eher in einem sozialen Beruf, Emamuddin gute Arbeit für gutes Geld. Sie sehnen sich nach einem normalen Leben in Ruhe und Sicherheit. Doch auch in Deutschland machen ihnen die Terroristen unter den Flüchtlingen Angst.

Bei ihrer sportlichen Karriere geht es positiv weiter. Sie dürfen jetzt auch bei den Herren II des SV-DJK, die in der Bezirksliga spielen und aufsteigen wollen, mittrainieren. Der SV-DJK bemüht sich seit Ankunft der Flüchtlinge gemeinsam mit dem Helferkreis um Integration. So gibt es ein ausgesuchtes Sportprogramm, das sich aus speziellen Trainings (wie z.B. Fußball oder Fitness- und Krafttraining) und Trainings aus dem normalen Sportprogramm des SV-DJK (wie z.B. Taekwon-Do) zusammensetzt.

Hoffentlich kann heute der Hallenwart der Realschule pünktlich heimgehen. Denn den Freizeit-Volleyballern macht aufgrund des starken Zuwachses das Spielen wieder so richtig Spaß.

Miteinander Sport treiben — nichts verbindet schneller