Unsere Afghanischen Freunde feierten gemeinsam mit uns ihr Nouruz-Fest, den Beginn des neues Jahres und des Frühlings zur Tag- und Nachtgleiche am 20. bzw. 21. März. Dieser Nouruz-Tag, der sich seit vielen Jahrhunderten am Sonnenkalender orientiert, wurde am 30.9.2009 in die Liste der Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit aufgenommen.

Wichtigster Brauch des Frühling- und Neujahrfestes ist das “Haft Sin”, ein geschmückter Tisch, auf dem sieben Gegenstände stehen, die mit dem persischen Buchstaben “sin”, also “S” beginnen müssen. Die sieben Gegenstände können je nach Familie variieren.

  • Sonbol ist die Hyazinthe und symbolisiert die Freundschaft und das Kommen des Frühlings.
  • Sir ist der Knoblauch und symbolisiert Gesundheit und Schutz.
  • Sib ist der Apfel und steht für die Gesundheit.
  • Shamh die Kerze symbolisiert das heilige Feuer, Erleuchtung und Glück.
  • Senjed ist die getrocknete Mehlbeere und symbolisiert die Liebe und Lebensfreude.
  • Serkeh ist der Essig und symbolisiert die Geduld und ein langes Leben.
  • Sabzeh sind Keimlinge von Weizen, Gerste oder Linsen und symbolisieren Munterkeit und Lebendigkeit.
  • Sumach ist ein Gewürz des Essigbaumes und symbolisiert den Geschmack des Lebens.
  • Sekeh sind die Silbermünzen und symbolisieren Wohlstand
  • Samanak – ist eine Süßigkeit, die in einem sehr aufwendigen Prozess am Tag vor dem Neujahrsfest nur von den Mädchen und Frauen aus Weizenkeimen und Weizenmehl hergestellt wird. Sie darf bei den großen Familienfeiern nicht fehlen und symbolisiert Wohltat und Segen.

Die meisten Familien ergänzen ihren Haft Sin mit weiteren symbolträchtigen Gegenständen:

  • Mahi sind Goldfische im Wasser und symbolisieren Glücklichkeit.
  • Ayeneh, ist der Spiegel und symbolisiert Reinheit und Ehrlichkeit
  • Bunte Eier symbolisieren die Fruchtbarkeit.

 

Natürlich wird kein Fest ohne köstliche Essen gefeiert. Unsere Afghanen haben folgende Speisen zubereitet:

  • Borani Banjan, ein traditionelles, afghanisches Gemüsegericht
  • Kabile Palau, ein köstliches Reisgericht
  • Salatteller mit Tschatni Mast (Yoghurtsoße)
  • bunte Obstteller

 

 

Borani Banjan

Zutaten für 10 Personen:

  • 11 Auberginen
  • 9 Tomaten
  • 1 Knoblauchknolle (nicht Zehe)
  • 5 Zwiebeln
  • 1 Chilischote
  • 2 Flaschen Bratöl
  • ½ Tube Tomatenmark
  • Paprikapulver edelsüß
  • Pfeffer
  • Meersalz
  • 1 El Kurkuma
  • 1 Glas Wasser
  • 4 Becher saure Sahne
  • 3 Fladenbrote

Zubereitung:

Auberginen schälen und in runde Scheiben schneiden. 5 Tomaten kurz in heißes Wasser legen, enthäuten und klein würfeln (alternativ: Tomate halbieren und mit der Schnittfläche an einer Reibe reiben.) . Zehen von 1 Knoblauchknolle durch die Knoblauchpresse drücken. Zwiebeln schälen und in etwas breite Ringe schneiden. 4 Tomaten in Scheiben schneiden, Chilischote entkernen und in Scheiben schneiden.

Bratöl in eine Pfanne geben, so dass der Boden etwa 2 cm mit Öl bedeckt ist. Auberginen darin frittieren bis sie eine goldene Farbe haben. Mit einem Pfannenheber herausnehmen und abwechselnd mit Zwiebeln, Tomatenscheiben und Chili in einem großen Topf schichten.

Die klein gewürfelten Tomaten mit der Hälfte des gepressten Knoblauchs, Tomatenmark, Paprikapulver, Pfeffer, Salt und Kurkuma vermischen. Die Masse dann zu dem geschichteten Gemüse in den Topf geben. Das Wasser hinzugeben und bei mittlerer Hitze 30 min zudeckt köcheln lassen. Dabei den Deckel mit einem Geschirrtuch umschließen, das nimmt den Dampf auf.

Die andere Hälfte des gepressten Knoblauchs zusammen mit der sauren Sahne zu einem Dip verrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Gemüse mit Dip und Brot servieren.

Beilagen: Dazu passt ein Salat beispielsweise mit Karotten, Spinat und gelber Paprika.

 

Kabile Palau (Reis mit Lamm, Karotten und Rosinen)

Zutaten für 6 Personen:

  • 500 g Reis, Basmati
  • 1 kg Lammfleisch, aus der Keule
  • 200 g Zwiebeln, gewürfelt
  • 1/2 TL Kardamonpulver
  • 1/2 TL Pfeffer
  • 1 TL Gewürzmischung, (Garam Masala), indische
  • 2 TL Salz
  • 750 ml Wasser
  • 120 ml Öl, neutrales
  • 100 g Rosinen, gewaschen
  • 500 g Karotte(n)
  • 100 g Mandel(n), in Stifte geschnitten
  • 100 g Pistazien
  • 2 TL Zucker

Zubereitung:

Reis mit kaltem Wasser bedeckt 1-2 Stunden quellen lassen. Fleisch parieren und in ca. 5 cm große Würfel schneiden. Kardamom, Pfeffer, Garam Masala und Salz in dem warmen Wasser verrühren.

Zwiebeln in der Hälfte des Öles unter Rühren anbraten. Fleisch dazugeben und rundum kräftig anbraten. Mit der Gewürzmischung ablöschen, aufkochen und bei mittlerer Hitze 1 Stunde zugedeckt garen. Dabei immer wieder abschäumen.

Rosinen entstielen. Karotten putzen, längs in dünne Scheiben, dann in schmale Streifen schneiden. Pistazien 15 Minuten in heißem Wasser einweichen und längs halbieren.

Restliches Öl erhitzen, Rosinen unter ständigem Rühren darin so lange erhitzen, bis sie prall und rund geworden sind. Herausheben und auf einen großen Teller geben. Im selben Öl die Karottenstreifen mit dem Zucker unter Rühren 3-4 Minuten anbraten, herausnehmen und ebenfalls auf den Teller geben. Zuletzt Mandeln und Pistazien kurz rösten und auf den Teller geben.

Fleisch aus der Brühe heben und zugedeckt warm halten. Brühe durch ein feines Sieb in einen großen Topf gießen und aufkochen. Den abgetropften Reis hinein geben und bei mittlerer Hitze zugedeckt so lange garen, bis die Brühe aufgesogen ist (der Reis fängt dann an leise zu knistern). Mit dem Stiel eines Kochlöffels mehrere “Kamine” in den Reis drücken, so dass der Dampf entweichen kann.

Fleisch, Rosinen, Karotten und Mandelmischung nebeneinander auf den Reis setzen. Topfdeckel mit einem Küchentuch umwickeln, Topf damit zudecken. Bei sehr niedriger Temperatur weitere 20-30 Minuten erhitzen.

Rosinen, Karotten und Mandelmischung aus dem Topf heben. Die Fleischstücke auf eine große, vorgewärmte Servierplatte legen und mit dem Reis bedecken. Rosinen, Mandelmischung und Karottenstreifen darüber streuen und mit servieren.

 

Tschatni Mast –Yoghurtsoße

Zutaten für 4 Personen:

  • 500 g Yoghurt
  • 1Tl Salz
  • 2 Tl Zitronensaft
  • frische Minze (oder Inhalt aus einem Pfefferminzteebeutel) oder frische Korianderblätter

Zubereitung:

Alles verrühren und nach Geschmack würzen (bei Bedarf auch mit einer halben gehackten grünen Gurke vermischen)

Ein Teller Heimat – Kochevent zum afghanischen Nouruz-Fest
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