Kennst Du jemanden, der Corona hatte? Ja, ein paar Kollegen in der Arbeit haben erzählt, dass sie Corona hatten. Am Anfang hatte ich ein wenig Angst, aber jetzt nicht mehr.

Welche Auswirkungen hat Corona auf Dein Leben? Meine letzte Arbeit in der Gastronomie war durch Corona weg. Bei meiner neuen Arbeit muss ich den ganzen Tag über 8 Std. lang Maske tragen, beim Nachhauseweg muss ich auch Maske tragen und werde kontrolliert, weil ich erst gg. 22.00 Uhr Arbeitsende habe. Vor allem aber kann ich mich nicht mit Freunden treffen und Spaß haben.

Wie gehts Deiner Familie in Eritrea? In Bezug auf Corona gut, dort gibt es nur ein paar Infektionen. Aber sie haben Angst, dass der Krieg in Tigray weiter geht und Eritrea dabei mitmacht. Auch dass die Soldaten aus Eritrea viel Schlimmes in Tigray anrichten, Frauen vergewaltigen und Menschen erschiessen.

Wie geht’s der Bevölkerung in Eritrea mit Corona? Da ist es sehr schlecht: Der Diktator hat für ein Jahr einen Lockdown angeordnet, niemand darf seine Stadt verlassen und viele können nicht arbeiten. Die Menschen in den Städten haben große Schwierigkeiten Geld zu verdienen, um sich Essen zu kaufen.

Findest Du es richtig, dass vor allem ältere Menschen in Deutschland durch die Corona-Maßnahmen geschützt werden? Ja, natürlich, ich möchte nicht, dass ältere Menschen wegen Corona sterben.

Was machen Deine Freunde in den Feel-Home-Häusern? Meine Freunde sind hauptsächlich Eritreer, die arbeiten alle und mussten im Dezember schon 2 Wochen wegen Quarantäne zuhause bleiben. Damals war ihnen sehr langweilig, nicht mal zum Einkaufen durften sie raus, das Essen wurde vor der Türe abgestellt. Aber die Sozialberater von der Caritas haben sehr viel geholfen, Spiele gebracht usw.

Findest Du es zu streng, wenn Du Dich nur mit einem Freund treffen darfst? Das ist schon ok, weil mein Freund wie ich eine Wohnung hat und wir uns besuchen können.

Das Interview führte Michael Schanz.

Wie geht’s mit den Corona-Einschränkungen – Interview mit Mahari Tesfu