Das war mein erster Gedanke zur Frage, was denn mit der Hilfe für Geflüchtete so laufe – in Zeiten der Pandemie. Im Moment laufen viele Dinge anders, eben unter dem Radar, und es gibt keine Anlässe für Berichterstattung von Sport- oder Kulturereignissen. Corona halt: Vieles fällt aus wegen „is’ nicht`“.

Richtig ist, dass die Situation in Gemeinschaftsunterkünften schwierig ist: Abstand halten ist schwer, wenn man zu viert oder fünft auf 35 m² lebt. Arbeitnehmer*innen in der Gastronomie oder im Kulturbereich sind natürlich übel dran, mit oder ohne Fluchthintergrund.

Haupt- oder ehrenamtlich mit Geflüchteten zu arbeiten, ist genauso schwieriger geworden, wie alles andere auch. Die Arbeit ist aber noch da und sie wird auch geleistet – nur eben anders.

Vieles liegt nun eher im virtuellen Bereich, weil direkte Kontakte zur Zeit einfach nicht möglich sind. Zum Glück gibt es Smartphones und Internet, zum Glück gibt es hier in der Gemeinschaftsunterkunft WLAN. So ist Unterstützung per Telefon oder Videochat machbar. So werden Hilfen zwar noch weniger sichtbar, aber sie passieren. Dann reicht man ausgedruckte Arbeitsblätter halt über den Zaun, damit das Nachbarkind seine Hausaufgaben machen kann.

Es gibt Unterstützung durch Helferkreise für Kinder, für junge Leute in der Berufsausbildung und im Studium, für Familien, für Erwachsene, und es gibt unorganiserte, private Helfende, die einfach nur gute Nachbarn sind, es muss ja nicht überall ein Etikett verklebt sein. Zum Glück funktioniert es für die Familien mit Fluchthintergrund, die hier zumeist in Wohnungen im Ort leben statt in einer Gemeinschaftsunterkunft, sehr gut: Die Eltern können Deutsch, die Kinder sowieso, haben Nachbarn, Freunde.

Die meisten Geflüchteten sind seit 2015, 2016 in Deutschland, haben Kontakte, sind vernetzt, und helfen sich auch gegenseitig. Später Hinzugekommene wurden und werden einfach „mitgenommen“, da wird sich vieles abgeschaut, wie man so schön sagt für soziales Lernen.

Susanne Skuballa, Unterföhring

Der Helferkreis-Asyl-in-Taufkirchen wünscht Allen Frohe Ostertage!

Ein Blick in eine Nachbargemeinde: Unspektakulär – zum Glück!